Kloster Medingen

Das ursprüngliche „Kloster Medingen“ wurde bereits im Jahr 1241 gegründet, befand sich jedoch damals im heutigen Altenmedingen. Allerdings fühlte man sich dort nicht ausreichend sicher und wählte daher einen neuen Standort im wenige Kilometer entfernten Zellensen. Dort war eine höhere Sicherheit aufgrund der Bevenser Gilde gegeben, die im Gegenzug ihre Fahnen und den kostbaren Silberschatz im Kloster aufbewahren durfte.
Das Kloster behielt nach dem Umzug seinen Namen; so wurde Zellensen wenig später in Medingen umbenannt. Der bis dahin als Medingen bekannte Standort wurde zu Altenmedingen.
Bis zur Reformation lebten in dem Kloster Nonnen des Zisterzienserordens. Die meisten waren ledige Töchter aus wohlhabenden Lüneburger Patrizierfamilien, die das Kloster auch bereicherten. Im Jahr 1524 kam von Herzog Ernst die Anordnung, dem lutherischen Glauben beizutreten. Die von ihm übersandte Lutherbibel verbrannte die damalige Äbtissin aus Protest darüber öffentlich. Es folgte ein 30-jähriger „Nonnenkrieg“, in dem Herzog Ernst den gesamten Besitz des Klosters einzog und einen Teil des Klosters abreißen ließ.
Im Jahr 1555 ließ die damalige Äbtissin Margarete von Stöterogge sich von ihrem Bruder – dem Bürgermeister von Lüneburg – dazu überreden das lutherische Bekenntnis anzunehmen. Das Kloster bekam dadurch wenigstens einen Bruchteil der von Herzog Ernst eingezogenen Güter zurück. Vier Jahre später wurde das Kloster Medingen offiziell „Evangelischer Damenstift“.
Durch den Übertritt zum Evangelischen Glauben lockerte sich auch die Lebensweise im Kloster. Nonnen durften sich jetzt auch außerhalb des Klosters aufhalten und austreten um zu heiraten. Als Ehefrauen waren die Nonnen sehr gefragt, da sie gute handwerkliche und hauswirtschaftliche Fähigkeiten besaßen und außerdem gebildet und wohlerzogen waren.

Ein Feuer brannte 1781 das im Stil der Backsteingotik erbaute Gebäude fast komplett nieder.
Sieben Jahre lang wurde die Anlage im frühklassizistischen Stil wieder aufgebaut und bleibt damit bis heute der einzige Kloster-Neubau des Protestantismus in Norddeutschland. Am 24. August 1788 wurde das neue Gebäude in Form eines gestauchten H mit der Klosterkirche St. Mauritius in der Mitte des Querbalkens als „Adeliges Evangelisches Frauenstift“ eingeweiht.

Das Kloster Medingen ist eines von sechs Klostern des Fürstentums Lüneburg, die schon seit dem Mittelalter bestehen. Hier entstanden damals viele Lieder, die noch heute in beiden Konfessionen gesungen werden und außerdem Schriften, die heute in Bibliotheken auf der ganzen Welt zu finden sind.
Heute leben dort allein stehende, geschiedene oder verwitwete evangelische Frauen in einer eigenen Wohnung mit Garten. Sie haben die Aufgabe, Kunstschätze zu verwalten, Wissen weiterzugeben und Besucher durch die Anlage zu führen. Mit derzeit 18 Konventualinnen ist das Kloster Medingen der größte Konvent in Niedersachsen.



Kloster Medingen
Klosterweg 1
29549 Bad Bevensen
Telefon: 05821 2286
Telefax: 05821 967 751
Email: info@kloster-medingen.de
Internet: www.kloster-medingen.de


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