Bronzezeitliche Grabanlage Uelzen

Hügel für die Ewigkeit?
Hier befinden sich Teile eines bronzezeitlichen Grabhügels (Molzen Nr. 16), die nach der Ausgrabung 1972/73 zur Veranschaulichung konserviert worden sind. Der Hügel enthielt acht Bestattungen. Die Beisetzungen erfolgten in eingegrabenen Baumsärgen. Darauf wurde ein Erd- und Plaggenhügel mit unterschiedlichen Einbauten aus Steinen, Steinpackungen oder Holzkonstruktionen über der eigentlichen Bestattung aufgeschichtet. Gräben umfassten die Grabanlagen.

War das ein Familiengrab?
Die Hügel des Gräberfeldes enthielten meist mehrere Bestattungen, die nacheinander angelegt worden waren. Nachbestattungen verursachten Hügelanbauten und Erweiterungen, so dass die Anlage aus mehreren Bauphasen bestehen kann. In ihnen wurden Männer und Frauen begraben; als Beigaben erhielten sie Waffen, Schmuck, Geräte aus Stein oder Bronze und Keramik. Funde aus diesem Grabhügel waren unter anderem blaue Glasperlen, Bernsteinperlen und ein kleines Keramikgefäß.
Neue Untersuchungen zeigen, dass in den Hügeln dieses Gräberfeldes teilweise mehr als 10 Tote bestattet wurden. Das älteste Grab ist meist das Körpergrab des Mannes, Frauen wurden auch verbrannt. Möglicherweise waren die Toten aus einem Hügelgrab miteinander verwandt.

Wie war der Hügel aufgebaut?
Die Grabanlage stammt aus der älteren Bronzezeit (1700-1000 v. Chr.). Vor der Ausgrabung war der Hügel noch 1,50m hoch und hatte einen Durchmesser von 24m. Sein Aufbau ist kompliziert. Insgesamt enthielt er acht Bestattungen: Die älteste im Zentrum ist von einem Steinkranz umgeben. Östlich anschließend ist ein etwa rechteckiger Vorplatz, der wiederum von einem Graben eingefasst war. Dazwischen lag eine hakenförmige Steinsetzung, die als Kultnische gedeutet wird. Südlich anschließend, jeweils mit weiteren Steinsetzungen abgeteilt, folgten die Bestattungen 2 bis 5. Im Hügelmantel befanden sich über dem Bodenniveau drei weitere Nachbestattungen.
Versuche mit nachgebauten Holzspaten ergaben, dass fünf ungeübte Personen innerhalb von 26 Arbeitsstunden 21,5 Tonnen Erde für die Hügelschüttung und 4,5 Tonnen Steine für den Grabring bewegen und aufschichten konnten. In zwei bis drei Tagen war ein einfacher Hügel also fertigzustellen.



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