Exkursion

Königsgräber bei Haaßel



Buckelgräber am Galgenberg



Hügelgräberfeld Kl. Bünstorfer Heide



Hügelgräberfeld Addenstorfer Heide



Bronzezeitliche Grabanlage Uelzen



Opferstein in Melzingen



Museumsdorf Hösseringen




Archäologische Denkmäler in der Region Uelzen



Zeitspuren - Von "Königsgräbern" und Steinmalen

Schon seit dem 18. Jahrhundert erweckte der Denkmalbestand im heutigen Landkreis Uelzen das Interesse der Forschung. Über 4000 bekannte Bodendenkmäler zählt die Region, eine der fundreichsten in ganz Niedersachsen. Es lag nahe, dieses Potential touristisch zu nutzen und zugleich für die Akzeptanz archäologischer Denkmalpflege zu werben.

Deshalb hat der Tourismuskreis Uelzen in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Kreisarchäologie Uelzen sowie einer Arbeitsgruppe der Universität Hamburg 1998 das Projekt „Zeitspuren“ verwirklicht. Dabei wurden Erlebniswert und wissenschaftliche Qualität gleichermaßen berücksichtigt, sodass der Besucher keinen „pädagogischen Zeigefinger“ auf sich gerichtet fühlen muss. Auf „Zeitspuren“ wandert man durch eine archäologisch vielseitige und landschaftlich reizvolle Region. Dabei wird man mit den Problemen der Denkmalpflege in einer Kulturlandschaft konfrontiert, erhält Einblicke in Lebensweisen und Technologie der Urgeschichte und bekommt Aufgaben und Arbeitsweisen moderner Archäologie erläutert.

Die „Zeitspuren“ sind aber kein einfacher Wanderweg, der sich selbst überlassen bleibt. Vielmehr wurde ein ganzes Bündel von Aktionen, Veranstaltungen und didaktisch aufbereiteten Angeboten, auch für Schulen und Besuchergruppen, in die Gesamtkonzeption eingebunden, sogar Paulschalangebote kann man nutzen. Auf Burg Bodenteich, wo eine mittelalterliche Baustelle rekonstruiert wurde, werden Themen wie „Aus Jägern werden Bauern“ oder „Sie bauten eine Feste“ museumspädagogisch behandelt. Kernpunkt der „Zeitspuren“ sind 19 bequem erreichbare Geländedenkmäler: Grabhügel, Großsteingräber, Steinmale, Landwehren, Wege- und Ackerspuren, aber auch Kirchen und Burgen. Zu den markantesten Punkten gehören die als „Königsgräber von Haaßel“ bekannten Großsteingräber ebenso wie der „Opferstein von Melzingen“, eines der wenigen Steinmale, das nach archäologischer Befundlage mit Opferhandlungen in Zusammenhang gebracht werden kann.

Nach skandinavischem Vorbild erläutern pultförmige Tafeln die jeweiligen Stationen. Neben dieser konventionellen Wegeführung bieten Modelle und Rekonstruktionen zusätzliche Informationen. Die Beschreibung der einzelnen Objekte verweist zugleich auf die weiteren Denkmale. Zusätzlich gibt es eine ausführliche Broschüre zur Ur- und Frühgeschichte der Region, die interessierte Besucher im Gelände begleitet. An fünf zentralen Punkten stehen außerdem PC-Säulen mit Touch-Screen. Hier können aktuelle Angebote sowie Videos von Ausgrabungen oder aus dem Bereich der experimentellen Archäologie abgerufen werden. Führungen zu Themen wie „Archäologie und Technik“, „Vom Kloster zur Ringburg“ oder „Vom Hünengrab zum Hügelgrab“ werden von speziell ausgebildeten Führerinnen begleitet. Wer seine ganz individuelle Zeitreise unternehmen will, kann jede einzelne Station sowohl mit dem Fahrrad als auch per Pkw bequem erreichen.

Neben der erwähnten Burg Bodenteich bieten sich als zentrale Anlaufstellen die Archäologische Abteilung des Museums Schloß Holdenstedt und das Landwirtschaftsmuseum Hösseringen an. In Letzterem verdient die Ausstellung „Steinreiche Heide“ besondere Aufmerksamkeit. Im Umfeld eines translozierten Großsteingrabes werden da geologische Herkunft und Verwendungsmöglichkeiten von Findlingen erläutert und gezeigt. Dass es keiner „Hünen“ bedurft, um Großsteingräber zu bauen, erleben die Besucher, wenn sie einen 1,5 t schweren Findling im „Sicherheitskäfig“ auf Rollen in Bewegung setzen.
Die „Zeitspuren“ zeigen, wie spannend sachliche wissenschaftliche Information sein kann. Nachvollziehbar wird, wie notwendig der Schutz des kulturellen Erbes ist. Ein ständig erweitertes Angebot, etwa Führungen über laufende Grabungen, sorgt für Aktualität. Wer diesen „Zeitspuren“ folgt, kann auf vielfache Weise selbst aktiv werden.




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