"Königsgräber" bei Haaßel

Die Königsgräber von Haaßel sind Denkmäler der Jungsteinzeit, dem 3. Jahrtausend vor Christus. Das ausgedehnte Verarbeitungsgebiet der Steingräber reicht mit seinen zahlreichen lokalen Gruppen vom Mittelmeerraum über küstennahe Regionen Westeuropas bis nach Norddeutschland und Südskandinavien. Jene Ideen, die dem Bau der Steingräber zugrunde lagen, müssen sich über See und entlang der Küste ausgebreitet haben.
Von den einst zahlreichen Steingräbern (im Landkreis Uelzen waren es 1846 noch über 200) sind nur wenige erhalten geblieben.
Die drei Haaßeler Gräber sind die letzten Zeugnisse von 36 solcher Anlagen, die sich in weitem Bogen aneindanderreihten.

Grab 1
Die Grabbauten bestehen aus der Grabkammer und einer gewaltigen langrechteckigen Einfassung aus senkrechtstehenden Findlingen. Der von ihnen umgrenzte Raum war ursprünglich mit Boden gefüllt, wie Grab 1 noch erkennen läßt. Von den Grabkammern war allenfalls die Oberseite der Decksteine zu sehen. Die Anlagen haben damals von weitem den Eindruck von Langhäusern vermittelt.

Grab 3
Die Bestattungen, meist mehrere, lagen nur in den Grabkammern. Dem Bau der Anlage müssen religiöse Vorstellungen zugrunde liegen, vielleicht auch solche, die wir heute als Sozialprestige bezeichnen würden.

Funde aus Grab 2
Als Beigaben bekamen die Toten Steingeräte und Tongefäße mit ins Grab. Kornabdrücke in der Keramik zeigen, dass man Getreide anbaute (Weizen, Gerste). Knochen aus Abfallgruben von Siedlungen weisen Haustiere nach (Rind, Schwein, Schaf, Ziege). Die Grundlage der Kultur war bäuerlich. Die in den Steingräbern Bestatteten müssen eine wirtschaftlich potente Bevölkerungsgruppe repräsentieren.

In Mooren und feuchten Böden enthaltene Blütenstaubkörner (Pollen) aus der Zeit der Steingräber geben Aufschluss über die Vegetation. Es war ein Eichenmischwald, in dem auf sandigen Böden die Birke zahlreich vertreten war. Dazwischen lagen die kleinen Anwesen und Felder der Bauern. Der heutige Bewuchs des Areals ist nicht weit von diesem Zustand entfernt.
Das Gelände, vom Staat und Landkreis Uelzen angekauft, dient neben der Erhaltung der Steingräber heute ebenso als Wild- und Vogelschutzgehölz. Der Teich - eine ehemalige Sandgrube - beherbergt Unken, in der näheren Umgebung eine Seltenheit. Der alte Schaftstall ist ebenfalls ein schützenswertes Relikt.


Lageplan der "Königsgräber" bei Haaßel




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